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Besuch des ehemaligen Berleburger Jugendwarts Eckehard Bergin in Wemlighausen

 

Wemlighausen. „Hatten Sie früher schwarze Haare?“ – solche und ähnliche Bemerkungen waren am Wochenende öfters im Wemlighäuser Freizeitzentrum des Evangelischen Kirchenkreises Wittgenstein zu hören. Diese konkrete Frage wurde von der früheren Berleburger Pfarrersfrau Gunhild Lotze gestellt, sie sorgte am Eingang des FZ dafür, dass jeder ein Namensschild bekam. Denn die Leute, die sich hier versammelten, die hatten sich in den 70er Jahre als junge Menschen wohlmöglich mal sehr gut gekannt, danach trennten sich die Lebenswege jedoch, gerade wenn man das überschaubare Wittgenstein verließ. Der Grund für dieses Treffen jetzt war Eckehard Bergin, der heute 69-Jährige war von 1970 bis 1978 für die kirchliche Jugendarbeit in Berleburg zuständig. Als er hier anfing hatte die Stadt noch keinen Bad-Titel und sein Beruf hieß noch Jugendwart. Im vergangenen Jahr habe er einen Text für eine ehemalige Wittgensteiner Mitarbeiterin geschrieben, erinnerte sich Eckehard Bergin, da sei ihm aufgegangen, dass er eigentlich einen Jahrestag hätte feiern können. Zum 40. Mal jährte sich damals sein Dienstantritt in Wittgenstein. Aus diesem Gedanken entstand dieses Treffen. Dass dieses im Freizeitzentrum stattfinden müsste, das stand von vornherein fest. Wurde das FZ doch genau in jenen Tagen für eben jene begeisterten Menschen aus der kirchlichen Jugendarbeit gewünscht, geplant, gebaut.

Seine Anfahrt nach Wittgenstein war lang, denn heute wohnt Eckehard Bergin im Markgräflerland - zwischen Freiburg und Basel. Vor seiner Kariere in der kirchlichen Jugendarbeit war er Schlosser, die Stelle in Wittgenstein sei seine erste richtige gewesen. Seine Erinnerungen an Wittgenstein seien nur die besten: „Ich bin unheimlich offen und herzlich aufgenommen worden.“ Hier habe er geheiratet, hier sei er zweimal Vater geworden. „Das waren sehr schöne, vielleicht sogar die schönsten acht Jahre meines Lebens.“ Auch weil die Arbeit spürbar Früchte getragen habe. Der Mann mit der Gitarre und stets einem fröhlichen Lied auf den Lippen erinnerte sich an einen Israel-Aufenthalt, wo er mit jungen Leuten im Kibbuz arbeitete, überhaupt waren die Freizeiten folgenreich: Die in Norwegen zog mindestens eine Ehe nach sich, und im Jahr dieser Freizeit beschloss die Wittgensteiner Kreissynode das Wemlighäuser Jugendfreizeitzentrum mit zwei Gästehäusern im norwegischen Holzhausstil. Wobei ihm immer Teamarbeit wichtig gewesen sei. Das hieß am Anfang mit Marlies Graffmann und Hans Henrici, später auch mit Rupprecht Beuter. Rupprecht Beuter war in Erndtebrück, Marlies Graffmann in Laasphe, auch dort gab es noch keinen Bad-Titel. Bis auf Hans Henrici waren diese Mitstreiter ebenfalls am Wochenende im Freizeitzentrum, wenigstens zeitweise. Genau wie der Wemlighäuser Reinhold Lückel, ein couragierter Kämpfer der ersten Stunde für das Freizeitzentrum, und wie Ernst Haensel, der frühere FZ-Geschäftsführer. Und natürlich die zahllosen ehemaligen Mitarbeiter und Besucher der Jugendgruppen, die heute vielleicht keine schwarzen Haare mehr haben, aber dafür deutlich weitere Anreisen als früher. Während Eckehard Bergin ganz aus dem Süden Deutschlands kam, machten sich Andere aus Berlin oder Hamburg auf den Weg nach Wittgenstein.

Ganz so weit hatte es Anne Weber nicht, sie kam aus Bünde in Westfalen. Sie könne sich erinnern, wie mit Eckehard Bergin die kirchliche Berleburger Jugendarbeit einen Aufschwung erlebte: „Es war eine unglaublich intensive Zeit.“ Deshalb freute sie sich, Menschen wiederzusehen, die sie teilweise seit ihrem Weggang Mitte der 70er Jahre nicht mehr gesehen habe. Sie engagiert sich noch heute bei der Stadtmission in Bünde und macht dort Kinderarbeit. Auch Thomas Haensel war - mit seinem Vater Ernst - nach Wemlighausen gekommen. Er war sich sicher, dass die damalige Jugendarbeit im Kirchenkreis deutliche Spuren hinterließ: „Wir waren Heerscharen, in der westfälischen Landeskirche sind unheimlich viele von uns aus Wittgenstein“, so der Pfarrer. Auch der Berleburger Christian Wahl wurde Pastor, der 47-Jährige hat heute eine Pfarrstelle in Bocholt. Sein Erleben von Eckehard Bergin in der Jungschar sei mit Sicherheit eine wichtige erste Prägung gewesen. Er habe sogar selbst überlegt, Jugendreferent zu werden, habe sich dann aber doch für das Pfarramt entschieden. Und so gestaltete er zum Abschluss einen Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Edgar Born aus Hamm – ursprünglich ein Dotzlarer Junge – in der evangelischen Berleburger Stadtkirche.

Für Klaus Aderhold ein sehr beeindruckendes Erlebnis, durch die Dialogpredigt der beiden Pfarrer, aber auch durch die musikalischen Mitwirkung von Kreiskantor Hartmut Weidt und Gottfried Pielhau, natürlich auch der aus dem Wittgensteiner Bergin-Dunstkreis. Auch der 53-jährige Klaus Aderhold, der heute Geschäftsführer des Freizeitzentrums Wemlighausen ist, kennt Eckehard Bergin noch aus den 70er Jahren. Damals habe er selbst als Jugendlicher angefangen, eine Jungschar in Wemlighausen mit zu leiten. Dabei ist ihm noch heute vor allem eines in Erinnerung geblieben: „Er hat uns viel Freiheit gegeben, hat uns machen lassen, aber er war immer da, wenn wir Hilfe brauchten.“ Wie er heute seine Arbeit verstehe, so der Wemlighäuser, „da hat der Eckehard maßgeblich zu beigetragen“. Und dass das Wochenende in Wemlighausen ein Erfolg war, machte Klaus Aderhold an zwei ganz einfachen Tatsachen fest: Zum einen besuchten insgesamt rund 70 Leute das Treffen, zum anderen stellte der Wemlighäuser bei den Mahlzeiten fest: Da sei es genauso laut und lebhaft gewesen wie bei den Kinder- und Jugendgruppen, die sonst das FZ besuchten.

 

 

Auch der Dotzlarer Edgar Born war am Wochenende bei dem Treffen im Freizeitzentrum Wemlighausen, in dessen Mittelpunkt Eckehard Bergin (rechts) stand. Der Pfarrer, der heute in Hamm lebt, predigte am Sonntag beim Gottesdienst in der Berleburger Stadtkirche.

 

 

Auch Thomas Haensel kannte Eckehard Bergin (rechts) aus der Jugendarbeit der 70er Jahre im Kirchenkreis und in den Gemeinden. Nach seiner Meinung war es eine sehr fruchtbare Arbeit: „In der westfälischen Landeskirche sind unheimlich viele von uns aus Wittgenstein.“

 

Weiteres

Fotos des Besuches finden Sie in der Bildergalerie. Bitte beachten Sie auch:

 

 

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